
ChatGPT Business speichert KMU-Daten neu in Europa
Viele KMU möchten KI im Alltag nutzen, stolpern aber früh über eine ganz praktische Frage: Wo liegen eigentlich die Daten? Genau hier setzt eine neue Funktion von OpenAI an, die ChatGPT Business für kleinere und mittlere Unternehmen deutlich besser prüf- und einsetzbar machen kann.
Laut Netzwoche-Bericht vom 7. September 2026 können KMU ihre Daten in ChatGPT Business neu explizit in Europa speichern lassen. Das klingt technisch, hat aber einen sehr konkreten Nutzen: Es kann helfen, interne Vorgaben zum Datenstandort einzuhalten.
Was passiert ist
OpenAI weitet seine Datenresidenz-Funktion auf ChatGPT Business aus. Datenresidenz bedeutet: Kundinnen und Kunden können den Speicherstandort ihrer Daten auf bestimmte Regionen einschränken. Neu kann beim Einrichten eines neuen ChatGPT-Business-Arbeitsbereichs die Datenresidenz Europa ausgewählt werden.
Bislang war diese Funktion laut Anbieter nur Enterprise-Kunden und grossen Unternehmen zugänglich. Mit der Erweiterung auf ChatGPT Business macht OpenAI die Funktion nun auch für KMU verfügbar. Der Anbieter will damit Unternehmenskunden ermöglichen, Vorgaben zum Speicherstandort ihrer Daten zu erfüllen.
Wichtig ist die Einschränkung im Detail: Die Auswahl der Datenresidenz Europa ist beim Einrichten eines neuen Business-Workspaces möglich. Ein Workspace ist ein Arbeitsbereich, in dem ein Unternehmen oder ein Team ChatGPT gemeinsam nutzt. Für bestehende Business-Workspaces gibt es die Funktion laut Mitteilung nicht.
Wer bisher einen privaten ChatGPT-Workspace nutzt und diese Funktionen verwenden möchte, muss auf ChatGPT Business wechseln und den Arbeitsbereich migrieren. Migrieren heisst in diesem Zusammenhang: vom bisherigen Arbeitsbereich in einen Business-Arbeitsbereich wechseln. Weitere Einzelheiten zu diesem Wechsel nennt der Quellentext nicht.
OpenAI begründet die Erweiterung damit, dass Anforderungen an Datenstandort, Datenschutz, Datensouveränität und Compliance KMU oft im Weg stehen, wenn sie KI-Lösungen wie ChatGPT im Unternehmen einsetzen möchten. Compliance bedeutet hier vereinfacht: interne und externe Vorgaben einhalten, zum Beispiel Regeln zur Verarbeitung und Speicherung von Daten.
Johannes Foertsch, Leiter Mittelstand OpenAI DACH, sagt laut Mitteilung, mit der Ausweitung des Data-Residency-Features auf ChatGPT Business gebe OpenAI Unternehmen mehr Kontrolle und Wahlfreiheit hinsichtlich der Speicherung ihrer Daten. Das schaffe zusätzliche Transparenz und erleichtere vielen Organisationen den Einstieg in den produktiven KI-Einsatz. Diese Aussagen stammen vom Anbieter und sind nicht unabhängig geprüft.
Warum das relevant ist
Für viele Schweizer KMU und Organisationen ist die Frage nach dem Speicherort kein Nebenschauplatz. Sie taucht spätestens dann auf, wenn ein Team ChatGPT nicht mehr nur ausprobiert, sondern im Arbeitsalltag einsetzen will: für Texte, Zusammenfassungen, Ideenskizzen, interne Dokumente oder die Vorbereitung von Sitzungen.
Der Knackpunkt ist dabei selten nur die Technik. Oft geht es um Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und interne Freigaben. Wenn eine Geschäftsleitung, ein Datenschutzverantwortlicher oder eine IT-Stelle fragt, wo Daten gespeichert werden, braucht es eine klare Antwort. Die neue Datenresidenz-Funktion liefert dafür laut OpenAI mehr Kontrolle und Wahlfreiheit.
Das ist besonders für kleinere und mittlere Unternehmen relevant, weil sie meist nicht dieselben Ressourcen haben wie Grossunternehmen. Ein Konzern kann eigene Prüfprozesse, rechtliche Abklärungen und technische Spezialteams einsetzen. Ein KMU muss dagegen oft mit schlanken Strukturen entscheiden: Dürfen wir das nutzen, ja oder nein? Genau deshalb kann eine klar wählbare europäische Datenspeicherung die Prüfung vereinfachen.
Der Quellentext nennt ausdrücklich Anforderungen an Datenstandort, Datenschutz, Datensouveränität und Compliance als mögliche Hürden. Datensouveränität meint vereinfacht: Eine Organisation möchte Kontrolle darüber behalten, wo und unter welchen Rahmenbedingungen ihre Daten verarbeitet oder gespeichert werden. Für KMU ist das keine theoretische Debatte. Es betrifft zum Beispiel die Frage, ob Mitarbeitende ein Werkzeug offiziell nutzen dürfen oder ob sie auf private Konten ausweichen.
Gerade letzteres ist im Alltag wichtig. Wenn Mitarbeitende KI-Werkzeuge privat ausprobieren, kann das zwar innovativ wirken, ist aber für Organisationen schwer zu steuern. Laut Quellentext müssen Personen mit privaten ChatGPT-Workspaces auf ChatGPT Business wechseln und ihre Arbeitsbereiche migrieren, wenn sie die neuen Funktionen nutzen wollen. Damit wird klar: Die Funktion ist Teil eines Business-Angebots und nicht einfach eine Einstellung für beliebige private Nutzung.
Relevant ist auch, was die Ankündigung nicht sagt. Der Quellentext nennt keine weiteren technischen Details, keine unabhängige Prüfung und keine Aussage dazu, wie bestehende Business-Workspaces nachträglich umgestellt werden könnten. Deshalb wäre es falsch, mehr hineinzuinterpretieren. Sicher ist gemäss Quelle: Neu eingerichtete ChatGPT-Business-Arbeitsbereiche können Datenresidenz Europa auswählen; bestehende Business-Workspaces erhalten diese Funktion laut Mitteilung nicht.
Was das für dich heisst
Für Einsteiger
Wenn du ChatGPT bisher vor allem privat oder testweise nutzt, ist die wichtigste Botschaft: Es gibt nun für KMU eine klarere Option, ChatGPT Business mit europäischer Datenspeicherung einzurichten. Das kann helfen, die Nutzung im Unternehmen sauberer zu organisieren. Statt dass jede Person mit einem eigenen privaten Zugang arbeitet, kann ein neuer Business-Arbeitsbereich erstellt werden, bei dem Europa als Speicherregion gewählt wird. Wenn du heute bereits einen privaten Workspace nutzt und diese Funktion brauchst, nennt die Quelle den Wechsel auf ChatGPT Business und die Migration des Arbeitsbereichs als Voraussetzung.
Für Fortgeschrittene
Wenn du in deiner Organisation bereits KI-Richtlinien, Freigabeprozesse oder interne Datenschutzanforderungen hast, ist die neue Funktion ein konkreter Prüfpunkt. Du kannst klären, ob ein neuer ChatGPT-Business-Workspace mit Datenresidenz Europa besser zu euren Vorgaben passt als bisherige Nutzungsformen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen neuen und bestehenden Business-Workspaces: Laut Mitteilung ist die Funktion bei der Einrichtung eines neuen Business-Workspaces auswählbar, für bestehende Business-Workspaces aber nicht verfügbar. Für fortgeschrittene Anwenderinnen und Anwender heisst das: Nicht einfach in einem bestehenden Arbeitsbereich nach einem Schalter suchen, sondern zuerst prüfen, ob ein neuer Workspace nötig ist.
Für Schweizer KMU und Organisationen wird ChatGPT Business damit nicht automatisch in jedem Fall passend. Aber es wird besser prüfbar. Die Frage „Können wir den Datenstandort Europa wählen?“ lässt sich laut Quelle für neue ChatGPT-Business-Workspaces nun mit Ja beantworten. Das ist ein handfester Unterschied zu einer Situation, in der diese Funktion nur grossen Enterprise-Kunden offenstand.
Konkret ausprobieren
- Bestimme zuerst deinen aktuellen Ausgangspunkt. Nutzt du ChatGPT privat, in einem bestehenden Business-Workspace oder planst du erst den Einstieg? Diese Unterscheidung ist entscheidend. Laut Quelle können Personen mit privaten ChatGPT-Workspaces die Funktion nur nutzen, wenn sie auf ChatGPT Business wechseln und ihren Arbeitsbereich migrieren. Für bestehende Business-Workspaces gibt es die Funktion laut Mitteilung nicht.
- Lege intern fest, ob der Datenstandort Europa ein Muss ist. Sammle die Anforderungen, die bei euch bereits gelten: Datenstandort, Datenschutz, Datensouveränität und Compliance werden im Quellentext ausdrücklich als Hürden für KMU genannt. Formuliere daraus eine einfache Prüffrage, zum Beispiel: „Brauchen wir für die Nutzung von ChatGPT einen Speicherstandort in Europa?“
- Richte bei Bedarf einen neuen Business-Workspace gezielt ein. Wenn eure Prüfung ergibt, dass europäische Datenspeicherung nötig oder hilfreich ist, achte beim Einrichten eines neuen ChatGPT-Business-Workspaces darauf, Datenresidenz Europa auszuwählen. Genau bei diesem Einrichtungsschritt ist die Auswahl laut Quelle möglich. Dokumentiere intern, dass diese Einstellung gewählt wurde, damit später nachvollziehbar bleibt, wie der Arbeitsbereich eingerichtet wurde.
Quellen


Bild: Bogdan Krupin via Pexels