
Gemini protokolliert jetzt auch Sitzungen im Raum
KI-Protokolle waren lange vor allem ein Thema für Videokonferenzen. Nun rücken sie näher an den Besprechungstisch, ins Sitzungszimmer und vielleicht auch in den Unterrichtsraum. Google Meet soll mit Gemini neu auch Präsenz-Meetings mitschreiben und zusammenfassen können, zumindest für bestimmte Nutzergruppen.
Was passiert ist
Google Meet erhält laut einem Bericht von t3n zu Gemini-Notizen in Präsenz-Meetings eine neue Möglichkeit: Der KI-Assistent Gemini kann nun auch bei Besprechungen vor Ort Notizen erstellen. Bisher war diese Funktion auf Videokonferenzen beschränkt.
Ende Juni 2026 hatte Google demnach eine Funktion für Videokonferenzen eingeführt. Nutzerinnen und Nutzer von Google Meet konnten Videoanrufe von Gemini aufzeichnen lassen. Gemini transkribiert dabei das Gespräch, also wandelt gesprochene Sprache in geschriebenen Text um, und fasst anschliessend die wichtigsten Punkte zusammen.
Neu soll das auch für Präsenz-Meetings funktionieren. Ein Teammitglied kann während einer Konferenz auf dem Laptop oder Smartphone Google Meet aktivieren. In der Oberfläche erscheint laut Bericht eine neue Schaltfläche mit der Aufschrift Take Notes, also sinngemäss Notizen machen. Nach einem Klick darauf zeichnet Gemini auf, was im Konferenzraum gesprochen wird.
Nach dem Meeting erstellt Gemini eine strukturierte Zusammenfassung des Gesagten. Zusätzlich stellt die KI eine Liste mit Aufgaben zusammen, die sie aus dem Inhalt des Meetings herauszieht. Auch ein vollständiges Transkript wird verfügbar gemacht.
Die erstellten Dokumente werden in einem Google Doc zusammengeführt und in Google Drive gespeichert. Den Link dazu erhalten die Nutzerinnen und Nutzer automatisch per E-Mail.
Noch haben nicht alle Zugriff auf die neue Funktion. Android-Nutzerinnen und -Nutzer konnten laut Bericht bereits ab dem 11. August darauf zugreifen. Ab dem 14. August wird die Funktion für Web-Anwendungen ausgerollt. Für Geräte mit iOS soll sie nicht vor dem 31. August verfügbar sein.
Google richtet die Funktion laut Bericht vor allem an Geschäftskunden. Verfügbar ist sie für Abonnentinnen und Abonnenten der Workspace-Tarife Business Standard und Pro. Auch in den Paketen Enterprise Standard und Plus für grössere Unternehmen soll sie enthalten sein. Private Endkundinnen und Endkunden benötigen ein Abo von Google AI Pro oder Ultra.
Warum das relevant ist
Der entscheidende Punkt ist nicht nur, dass eine weitere KI-Funktion dazukommt. Spannend ist der Wechsel des Ortes: von der reinen Videokonferenz in die klassische Sitzung im Raum. Damit wird eine Arbeitsweise, die viele aus Online-Besprechungen kennen, auf Präsenz-Meetings übertragen.
Das verändert die Rolle von Google Meet. Laut Artikel soll Google Meet mit diesem Schritt zur zentralen Anlaufstelle für alle Besprechungen werden. Gemeint ist: Nicht mehr nur digitale Treffen, sondern auch Sitzungen vor Ort können über dasselbe Werkzeug begleitet, dokumentiert und nachbereitet werden.
Für Teams ist das praktisch, weil Protokolle oft mühsam sind. Eine Person hört zu, schreibt mit, versucht Aufgaben festzuhalten und verpasst dabei manchmal Zwischentöne. Die neue Funktion zielt genau auf diesen Punkt: Nutzerinnen und Nutzer sollen sich laut Bericht stärker aufs Zuhören konzentrieren können, statt handschriftlich oder am Laptop mitzuschreiben.
Auch für Weiterbildung und Unterricht ist diese Entwicklung bemerkenswert. Der Quellentext spricht zwar konkret von beruflichen Teams und Konferenzräumen, nicht von Schulen oder Kursräumen. Trotzdem zeigt die Funktion, in welche Richtung sich KI-Werkzeuge bewegen: Sie begleiten nicht nur Bildschirmgespräche, sondern auch reale Gespräche im Raum. Wer heute Teamsitzungen, Workshops oder Kurse organisiert, sollte diese Verschiebung wahrnehmen.
Wichtig ist dabei die nüchterne Einordnung: Die Angaben stammen aus einem Bericht über eine Ankündigung von Google Workspace. Was Gemini tatsächlich zuverlässig erkennt, wie gut die Zusammenfassungen in lebhaften Runden sind und wie sauber Aufgaben aus Gesprächen herausgelöst werden, ist im gelieferten Quellentext nicht unabhängig geprüft. Für den Alltag heisst das: ausprobieren ja, blind vertrauen eher nein.
Was das für dich heisst
Für Einsteiger
Wenn Du KI erst seit Kurzem nutzt, kannst Du Dir die Funktion wie eine automatische Mitschreiberin vorstellen. Du startest Google Meet während einer Sitzung im Raum, aktivierst Take Notes und erhältst danach eine Zusammenfassung, Aufgabenliste und ein Transkript. Das kann helfen, den roten Faden einer Sitzung zu behalten, ohne die ganze Zeit selber zu tippen. Gleichzeitig solltest Du die Ergebnisse nach dem Meeting lesen und prüfen, denn eine KI-Zusammenfassung ersetzt nicht automatisch Dein eigenes Verständnis des Gesprächs.
Für Fortgeschrittene
Wenn Du bereits mit KI-Werkzeugen arbeitest, ist vor allem die Einbettung in den Arbeitsablauf interessant. Gemini erstellt nicht nur eine lose Notiz, sondern legt die Dokumente in einem Google Doc zusammen, speichert sie in Google Drive und verschickt den Link per E-Mail. Damit wird aus dem Mitschnitt direkt ein Dokumentationspaket: Zusammenfassung, Aufgabenliste und Transkript. Für Dich ist die Frage weniger, ob KI mitschreiben kann, sondern wie Du diese Unterlagen sinnvoll prüfst, kürzt und in die nächste Besprechung oder Aufgabenverteilung überführst.
Konkret ausprobieren
- Prüfe zuerst, ob Du Zugriff hast. Laut Bericht ist die Funktion nicht für alle Google-Meet-Nutzerinnen und -Nutzer verfügbar. Sie ist für Workspace Business Standard und Pro sowie Enterprise Standard und Plus vorgesehen. Private Nutzerinnen und Nutzer benötigen Google AI Pro oder Ultra. Beachte ausserdem die gestaffelte Verfügbarkeit: Android ab 11. August, Web-Anwendungen ab 14. August und iOS nicht vor dem 31. August.
- Starte Google Meet während einer Präsenzsitzung. Ein Teammitglied aktiviert Google Meet auf dem Laptop oder Smartphone. Wenn die neue Funktion verfügbar ist, erscheint in der Oberfläche die Schaltfläche Take Notes. Mit einem Klick darauf beginnt Gemini laut Bericht, das im Konferenzraum Gesprochene aufzuzeichnen.
- Nutze die Unterlagen nach der Sitzung bewusst. Nach dem Meeting liefert Gemini eine strukturierte Zusammenfassung, eine Aufgabenliste und ein vollständiges Transkript. Diese Dokumente werden in einem Google Doc zusammengeführt, in Google Drive gespeichert und per Link per E-Mail zugestellt. Lies die Zusammenfassung durch, vergleiche wichtige Punkte bei Bedarf mit dem Transkript und übernimm nur Aufgaben, die wirklich so besprochen wurden.
Quellen


Bild: Christina Morillo via Pexels